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Madeleine, 2 Kinder, Brustkrebs

09.11.2017

 

© Fotograf - SVEN BERGER FOTOGRAFIE

 

 

Im Spätsommer des letzten Jahres ertastete ich in meiner rechten Brust mehrere kleine Knoten. Nicht grad besorgt ging ich zum Arzt um dies aber abklären zu lassen. Ich habe schon öfter Knoten gespürt und es waren bis jetzt immer nur gutartige Knoten. Die Ärztin meinte auch, es wird nichts weiter sein machte aber ein Ultraschallbild. Es wurde mir gesagt, das es sich um ganz gewöhnliche Zysten handelt. Soweit so gut. Bis mir dann nach ein paar Wochen auffiel, dass die Zysten sehr schnell wachsen. Ich konnte nicht mehr ruhig schlafen und ging wieder zum Arzt. Dieser schickte mich wieder weg. Es sei alles in Ordnung. Das ist alles normal so.

 

Nach weiteren Wochen wurde mir die Sache sehr unheimlich. Ich spürte immer mehr, das da was nicht in Ordnung ist. Nun ging ich wieder zum Arzt um nochmal untersucht zu werden. Wir hatten dann schon den Monat Februar 2017. Im Ultraschall konnte man nun doch nicht nur Zysten erkennen und es wurde eine Gewebeprobe entnommen. Am 3.3. bekam ich einen Anruf vom Arzt, dies war ein Freitag. Ich sollte unbedingt noch vorbeikommen. Dort wurde mir dann gesagt, das ich Brustkrebs habe. Und ich mich dann am Montag mit der dafür zuständigen Ärztin in Verbindung setzen soll.

 

Dieses Wochenende war das schlimmste was ich je erlebt habe. Niemanden konnte man anrufen, keiner konnte einem erklären, was man hat und wie es jetzt weiter geht. Es waren die schlimmsten drei Tage meines Lebens. Dann nach unzähligen Arztbesuchen und Recherchen im Internet ging es uns dann einigermaßen gut. Wir wussten, was auf uns zukommt und konnten uns mit der Situation “anfreunden”.

 

Am Anfang war es schlimm aber dann gewohnten wir uns daran. Es war fast schon normal. Als ob man einen Schnupfen hätte. Meine Kinder (7 Jahre und 14 Jahre) und auch mein Freund waren mir eine große Unterstützung. Auch wenn ich mal ein gutes Wort sprechen musste oder einfach nur Trost spenden. Klar haben wir auch viel geweint aber man muss nach vorn sehen. Ich habe daraus gelernt, in jedem doch so blöden Tag steckt auch etwas positives. Und das ist wirklich so.

 

Meine Behandlung erfolgte ganz klassisch. Erst wurde alle 3 Wochen eine Chemotherapie gemacht, dann die Operation (es wurde die rechte Brust entfernt, und mein Bauchfett und –muskel in die Brust geschoben) und jetzt wieder alle 3 Wochen eine Antikörpertherapie. Dann muss ich noch 10 Jahre lang Tabletten einnehmen, die meine Hormonproduktion im Körper lahm legen. Da meine Tumore (es waren drei) sich von meinen Hormonen ernähren. Sozusagen, bin ich jetzt in den Wechseljahren mit all den Beschwerden. ; ) Die Chemotherapie hab ich ganz gut überstanden. Klar gab´s Nebenwirkungen aber es hielt sich in Grenzen. Ich habe mich auch nicht im Bett verkrochen. Bin joggen gegangen und viel unterwegs gewesen. Dann musste ich mich ja auch um die Kinder und unseren Hund kümmern. Das hielt mich auf Trapp und das war auch gut so.

 

Während der Chemotherapie sind auch tolle Freundschaften entstanden mit den Leidensgenossinen. Die Gespräche tun sehr gut und wir haben auch während der Therapie viel gelacht. Ich denke das ist ganz wichtig. Man darf sich nicht verkriechen. Das kann ich den anderen auch nur mit auf den Weg geben. Es ist so schlimm, wenn man wieder ein neues Gesicht sieht bei der nächsten Sitzung. Wenn man in die Augen sieht und die Angst und Unsicherheit guckt einen an. Dann reden wir ganz viel und man merkt bereits nach dem ersten Gespräch, wie die Angst gewichen und ein wenig Zuversicht zu sehen ist. Leider ist das nicht bei jedem so. Es gibt so viele, die bereits über die Regenbogenbrücke gegangen sind. So jung und mit Familie. Das tut mir dann immer sehr leid. Das stimmt mich dann doch sehr traurig. Aber wie gesagt, man darf nicht soviel grübeln. Ich habe mir gesagt, ich bin jetzt

wieder gesund und auf Anfang gestellt.

 

Für alle Gesunden möchte ich nur sagen, genießt das Leben und seid einfach nur froh gesund zu sein.

 

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