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Eine Geschichte voller Hoffnung

16.02.2018

Bilder von einer glücklichen Familie, zwei lachende hübsche Mädchen, die sich um ihre im Rollstuhl sitzende Mutter kümmern, gemeinsames Kaffeetrinken auf der Terrasse mit Mann und Stubentiger, der sich an der Sahne in seinem Napf gütlich tut, ein gemeinsamer Ausflug ins Grüne... Bis auf den Rollstuhl deutet nichts auf die Geschichte hin, die diese Familie durchlebt hat, eine Geschichte, die auf hoffnungsvolle Weise einen bis heute überraschend guten Weg genommen hat!

 

Im März 2005 erhielt Corinna die Diagnose Glioblastom IV, eine bösartige Form von hirneigenem Tumor. Keine Aussicht auf Heilung... Für ihren Mann Alfred und die Töchter Michelle, damals 9, und Jessy, damals 12, und vor allem für Corinna selbst ändert sich das Leben schlagartig.

 

 

Memories for Families:  „Wie war es für Euch, als Ihr die Diagnose erfahren habt?“

 

Alfred:„ Nichts mehr war wie vorher. In Kurzform...Allerdings haben wir unser Leben „einfach“ so weitergelebt. Mehr bleibt ja auch zunächst nicht übrig. Und so kam ein Jahr zum nächsten...“.

 

 

2005, kurz nach der Diagnose, erfolgt die erste OP, danach eine Chemotherapie und Bestrahlung. Zwei Wochen nach der Operation findet ein Familienfest statt, die Kommunion der jüngsten Tochter Michelle. Corinna kann dabei sein. 2006 ist der Tumor wieder da, eine zweite Operation folgt, ebenso eine Bestrahlung und eine Chemotherapie. Corinna erleidet außerdem zwei Lungenembolien und bricht sich bei einem Sturz zwei Jahre später die Hüfte, die durch eine künstliche ersetzt werden muss.

 

 

Alfred: „Ansonsten gab es keine alternativen Behandlungsmethoden, keine Wunderheiler, keine Ernährungsumstellung. Meine Frau hat nur damals angefangen, vor dem Schlafen zu meditieren und ihre innere Abwehr zu visualisieren.“

 

 

MFF„Was war für Euch als Familie das Schwierigste in der Zeit“?

 

 

Alfred: „Da kann ich ehrlich gesagt nix zu sagen. Ich habe mir in der Zeit keine Gedanken über einfach oder schwierig gemacht. Ich habe das gemacht, was erforderlich war. Mein Primärziel neben der Unterstützung meiner Frau (aufgrund der Diagnose war ja statistisch eher von einer sehr kurzen Überlebenszeit auszugehen) war es, meine Kinder unabhängig von der weiteren Krankheitsentwicklung charakterlich und seelisch groß zu bekommen und ihnen einen dem Intellekt entsprechenden Schulabschluss zu ermöglichen. Das scheint mir gelungen zu sein ...“

 

 

MFF: „Was hat Dir und Deiner Frau Kraft gegeben?“

 

 

Alfred: „Ich glaube, das war erstmal das gegenseitige "da sein“. Bei meiner Frau war es wohl der Glaube an die Behandlung, ich habe mir zu Beginn die (leider wenigen) Positivberichte von Überlebenden >5 Jahre verinnerlicht. Ansonsten haben wir uns nie mit dem Thema befasst. Keine Internetrecherche, keine Forenteilnahme und ähnliches. Wir vertrauten unserem Neurochirurgen und das war gut so.“

 

 

Ab 2008 benötigt Corinna keine Tumormedikation mehr. Doch im September 2012 kommt es bei ihr zu einer Gehirnblutung und einer neuen Operation. Die beste Nachricht jedoch ist, dass es keine Hinweise auf eine neue Tumorerkrankung gibt.

 

 

Alfred: „Corinna dürfte damit [...] weltweit eine der wenigen Patientin sein, die ein GlioVI Rezidiv mehr als zehn Jahre überlebt hat.“

 

 

MFF:  „Was möchtest Du den anderen auf den Weg geben, die gerade erst die Diagnose bekommen haben / schon länger dagegen kämpfen / unheilbar krank sind?“

 

 

Alfred: „Schwierig zu beantworten, da alle Erkrankungen/Verläufe/Menschen sehr individuell sind. Ich möchte den möglichen Grund eines positiven Krankheitsverlaufs trotz bösartiger Erkrankung mal bildlich darstellen. Ich glaube zumindest, dass das bei uns so war. Es werden drei Bereiche benötigt, deren Menge jeweils groß genug sein muss. Ein positives persönliches Umfeld des Patienten, der Glaube des Patienten an die schulmedizinische Behandlung und der starke Wille des Patienten, die Krankheit hinter sich zu lassen bzw. mit ihr umzugehen. Wenn diese drei Merkmale insgesamt und auch für sich betrachtet alle groß genug sind, dann erreichen sie in ihrer Mitte eine Schnittfläche, die dann groß genug ist, um den Tropfen Glück aufzunehmen. Das ist meine visuelle Vorstellung, warum es bei uns so ausging, wie es ausging.“

 

 

MFF: „Was würdest Du allen gesunden Leuten wünschen?“

 

 

Alfred: „Dass sie gesund bleiben und ihnen ihre Gesundheit auch bewusst ist.“

 

 

Eine Lebensgeschichte, die Hoffnung und Mut macht - die Geschichte einer Frau, die all ihre Willensstärke und ihrer Kraft zusammengerafft hat, um diesem Schicksal die Stirn zu bieten, unterstützt von ihrer unerschütterlichen Familie. Wir wünschen Euch von Herzen alles, alles Gute!!!

Wir bedanken uns herzlich bei der Deutschen Hirntumorhilfe e.V. für den Beitrag über uns und dass dieses Shooting dadurch entstanden ist. 

 

© Fotograf - Olga Slach Photography

 

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