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Familienshooting in Hamburg

22.11.2017

© Fotograf - Kathleen Welker Photography

 

 

Ein sonniger Herbsttag im Jenischpark in Hamburg. Viele Leute sind bei diesem schönen Wetter unterwegs, der Park ist sehr beliebt. Ich treffe mich hier mit einer Familie, Mama, Papa, Sohn, die unweit des Parks wohnen und sehr gern hierherkommen. Auch heute sind sie mit dem Rad gefahren.

 

Es ist mein erstes Projekt für „Memories for Families“. Dem Treffen geht ein Kontakt per email voraus. Die Mama hatte vor 2 Jahren einen Hirntumor, momentan ist sie stabil. Wir finden uns recht schnell, stellen uns vor und legen sofort los. Gustav, der kleine Sonnenschein der Familie, läuft nämlich schon vorweg. Er liebt es, seine Umgebung zu erkunden, klettert auf Bäume und durchquert Wiesen jenseits der offiziellen Wege, ein kleiner mutiger Abenteurer.

 

Für mich fühlt es sich an wie ein ganz normales Familienshooting, die Erkrankung wird nicht thematisiert und wir belassen es dabei. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch den Park, Gustav flitzt voraus. Die Eltern erzählen mir Geschichten über ihren Sohn und wir lachen darüber in der Herbstsonne. Die drei bieten mir wunderbare Motive vor der Kulisse des Parks im warmen, herbstlichen Licht.

 

Etwas beunruhigt mich jedoch – meine Kamera setzt während der Aufnahmen immer wieder aus. Zunächst mache ich mir keine Sorgen, höre ich doch noch das vertraute „Klick“-Geräusch und überprüfe die Bilder auf dem Display. Alles scheint in Ordnung zu sein und ich fotografiere weiter. Irgendwann nehmen die Aussetzer zu, die Kamera friert förmlich ein. Ich lasse mir nichts anmerken, um den Ablauf des Shootings nicht zu stören und greife auf meine Backup- Kamera zurück, fotografiere weiter.

 

Irgendwann wird auch der größte Entdecker müde. Gustav hat für heute genug Abenteuer erlebt. Ich bedanke und verabschiede mich von der Hamburger Familie und mache mich auf den Heimweg. Zu Hause angekommen, passiert genau das, wovon jeder Fotograf Albträume hat: ich möchte die Bilder von der Karte auf den PC ziehen. Doch da ist nichts, nur ein kleiner Bruchteil der Bilder wird übertragen. Ansonsten Leere. Die Gedanken rasen durch meinen Kopf: „Wo sind die Bilder“, „Ich habe nichts, was ich der Familie geben kann“. „Das darf nicht sein“. Ich fühlte mich total mies und ärgere mich über mich selbst. Ich wollte doch eine schöne Erinnerung schaffen und der Familie mit den Bildern eine Freude bereiten. Und nun das! Ich gehe die Bilder durch und stelle fest, dass viele Situationen und Momente einfach weg sind.

 

Zum Glück kann ich einige der Fotos sichern und fertigstellen. Einige bleibende und schöne Momente sind nun festgehalten. Liebe Johanna, lieber Mirko, es tut mir leid, dass ich euch nichts vom blackout meiner Kamera erzählt habe. Ich wünsche euch alles Liebe und eurem Gustav, dass er sich seine Abenteuerlust beibehält - ich bin mir sicher, dass er immer seinen Weg gehen wird!

 

Kathleen

Wir bedanken uns sehr bei Kathleen Welker für Ihre wundervolle Arbeit und die tollen Bilder, und wünschen dieser strahlenden Familie alles Gute für die Zukunft!

 

Memories for Families Team 

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